Tabula Rasa

Das Projekt Tabula Rasa sieht vor, auf dem Vorplatz des Neubaus des Verfügungsgebäudes in Ludwigsburg ein Mosaik zu platzieren. Es besteht aus demselben Material wie die umgebende Pflasterung, einzig der Beton ist heller, und die dunklen Fugen zeichnen ein anderes Bild. 

Das Mosaik zeigt ein zusammengeknülltes Papier – die Tabula Rasa im aktiven Sinn: ein Bild für Neuanfang, Reflexion und das kreative Potenzial, das aus dem Scheitern entsteht. Das zerknüllte Blatt steht symbolisch für die Prozesse des Lernens und Lehrens: Fehler, Überdenken und Neugestaltung sind keine Rückschläge, sondern integrale Schritte auf dem Weg zu Wissen und Erfahrung. 

Die Arbeit lädt die Betrachter*innen dazu ein, Lernen als Prozess von Versuch, Irrtum und Neubewertung zu begreifen und jede Herausforderung als Chance für Entwicklung zu sehen. Tabula Rasa bringt zentrale Aspekte pädagogischer Prozesse in eine klare Bild-sprache. So verbindet das Werk künstlerischen Ausdruck mit pädagogischer Reflexion und verleiht dem Ort eine identitätsstiftende Symbolik. 

Plan: Das Bild eines zerknüllten Karoblatts wird im Maßstab 100:1 vergrößert und als lineare Zeichnung in die Pflasterung übertragen. Jedes Karofeld entspricht einer Platte von maximal 50 × 50 cm. Die Platten werden nach CAD-Plänen per Wasserstrahlschnitt gefertigt und anschließend wie ein Puzzle passgenau zusammengesetzt. 

Motiv: Das Mosaik misst etwa 11.3 × 9 Meter und ist in den Vorplatz, sowie in die Zufahrtsstraße integriert. Dadurch wird es Teil der täglichen Wegebeziehungen zur Hochschule und begegnet Studierenden und Lehrenden in ihrem Alltag. Aus der Perspektive der Betrachter*innen wirkt die Fläche wie eine großformatige, lineare Zeichnung, die sich über den Boden spannt – ein Gitter, das kippt, sich aufbäumt und abstürzt. Steht man mitten im „Papier“, erschließt sich das Motiv nicht sofort. Erst aus der Ferne oder aus den Fenstern des Gebäudes wird das gesamte Bild sichtbar: Die dunklen Fugen treten wie kräftige Linien hervor und lassen das zerknüllte Papier erscheinen. 

Die Verlegung erfolgt in gebundener Bauweise: Die Platten werden auf einer festen Tragschicht vermörtelt, was sowohl Präzision als auch Dauerhaftigkeit gewährleistet. Eine dunkle Verfugung in zwei verschiedenen Breiten betont das Motiv. Die Konturfuge ist breiter als die Fuge des Karomusters.